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ALUMINIUM 2018 12. Weltmesse & Kongress
09. – 11. Oktober 2018
Messe Düsseldorf

ALUMINIUM 2018 INSIGHTS

Gute Wachstumsperspektiven für die Aluminium Gießerei-Industrie

04.07.2018
Gute Wachstumsperspektiven für die Aluminium Gießerei-Industrie | Gute Wachstumsperspektiven für die Aluminium Gießerei-Industrie

Gute Wachstumsperspektiven für die Aluminium Gießerei-Industrie

Die deutschen Aluminiumgießereien konnten im Jahr 2017 das Fertigungsniveau des Vorjahres mit 1,118 Millionen Tonnen auf Höchstlevel halten. Der Druckguss ist das Gießverfahren mit der höchsten Produktion (663.000 Tonnen), gefolgt vom Kokillenguss (347.000 Tonnen) und vom Sandguss (98.000 Tonnen). Auch 2018 bestehen gute Chancen auf eine stabile Fortsetzung.

Die deutschen Aluminiumgießereien konnten im Jahr 2017 das Fertigungsniveau des Vorjahres mit 1,118 Millionen Tonnen auf Höchstlevel halten. Der Druckguss ist das Gießverfahren mit der höchsten Produktion (663.000 Tonnen), gefolgt vom Kokillenguss (347.000 Tonnen) und vom Sandguss (98.000 Tonnen). Auch 2018 bestehen gute Chancen auf eine stabile Fortsetzung.

„Die Gießereien haben nicht nur bei der Zulieferung an die Automobilproduzenten, sondern auch beim Absatz an die Kunden aus dem Maschinenbau und der Elektro- und Elektronikbranche kon-tinuierlich intensiver partizipieren können. Komponenten nicht nur nach Zeichnungsvorgabe ab-zugießen, sondern schon bei der Konstruktion beratend mit am Tisch des Kunden zu sitzen, ist selbstverständlich geworden“, erläutert Max Schumacher, Hauptgeschäftsführer des Bundes-verbands der Deutschen Gießerei-Industrie (BDGuss) in Düsseldorf. Die Aluminium-Gießereien haben als Zulieferer der Automobilhersteller, des Maschinen- und Anlagenbaus und für andere Industriezweige, so z.B. für die Kommunikationstechnologie, die Möbelindustrie, die Elektro- und Elektronikbranche, kontinuierlich an Bedeutung gewonnen.

Die Fahrzeugindustrie ist mit Abstand die wichtigste Kundenbranche der Gießereiindustrie. Damit sind nicht nur die deutschen OEMs gemeint, denn deutsche Al-Gießereien beliefern alle wesent-lichen Fahrzeughersteller in Europa sowie ausgewählte Märkte im globalen Maßstab. Diese Lie-ferstrukturen sind damit Beleg für die Innovationskompetenz der deutschen Al-Gießereien mit entsprechenden Alleinstellungsmerkmalen. „Die für eine solche Marktstellung unabdingbare F&E-Kompetenz müssen die Unternehmen durch kontinuierliche Investitionen sichern. Die über-ragende Innovationsfähigkeit und das hohe Produktivitätsniveau deutscher Gießereien werden seit Jahren von internationalen Spezialisten als global führend eingestuft“ sagt Max Schumacher. Die aktuelle Konjunkturlage spiele den Gießereien insofern in die Hände, als dass seit 2017 alle Kundenbranchen eine sehr dynamische Entwicklung zeigen, so Schumacher weiter.
Die Nachfrage und der Bedarf nach Aluminiumgussprodukten werden weiter steigen. Auch wenn der Werkstoff in einigen Einsatzgebieten Anteile verlieren sollte, wird er sich im Gegenzug neue Anwendungsgebiete erschließen. Die Zuwächse werden weiterhin höher sein als die Substitution, so etwa im Automobil.

Megatrends stellen Gießerei-Industrie vor große Herausforderungen

Die Gießerei-Industrie ist aktuell durch eine sich beschleunigende technologische Entwicklung geprägt. Die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen im technischen Bereich wird durch sich verändernde politische und ökologische Rahmenbedingungen flankiert. Die Me-gatrends der Industrie wie autonomes Fahren, Elektromobilität, 3D-Druck, Industrie 4.0, Fach-kräftemangel oder Globalisierung betreffen allesamt die Gießereiindustrie.

Der Trend zu energiesparenden Autos und neue Anwendungen in der E-Mobilität werden vor allem im Automobilsektor für die Gießereiunternehmen einen starken Wandel mit sich bringen. Mit den stetig ehrgeizigeren CO2-Emissionszielen wird sich diese Entwicklung weiter intensivie-ren. Im Jahr 2015 lautete das Ziel 130 g/km, ab 2020 gelten 95 g/km und für 2025 könnten es schon 60-65 g/km sein. Es zeichnet sich bereits, welche Veränderungen im Automobilbereich zu erwarten sind. Derzeit liegt die durchschnittliche Fertigungsrate für Fahrzeugmodelle mit Ver-brennungsmotor bei etwa 100.000 Stück pro Jahr, während die Zahl für Plug-in-Hybrid-Modelle bei nur 30.000 liegt und die von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen lediglich bei 15.000. Die-ses Verhältnis wird sich ändern und spiegelt die wachsende Vorherrschaft von Fahrzeugen mit geringem CO2-Ausstoß wider. Die Emissionsziele der kommenden Jahre werden hier für eine andere Gewichtung sorgen.

Welche Folgen die weltweit zunehmende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen für die Aluminium-gießereien haben wird, ist schwer einzuschätzen. So befinden sich in einem Automobil mit einem Verbrennungsmotor über 200 Druckgussteile, in einem Elektromotor nur etwas 20 Teile. Eine Umstellung auf Elektromobile würde alle Gießer, die sich mit Motorteilen beschäftigen, vor große Herausforderungen stellen. Auf der anderen Seite benötigen Elektroautos und autonom fahrende Wagen mehr Elektronikgehäuse, Sensoren usw. Hier gibt es viele neue Gussteile mit erheblichen Anforderungen an die Gießer. Aber auch die zunehmende Menge an Teilen aus Druckguss im Karosserieteil von Autos, sogenannte Strukturbauteile, erweitern das Spektrum von Gießereien. Oftmals müssen hierfür komplett neue Fertigungsstraßen geschaffen werden. Auch die recht großen Gehäuse von Elektromotoren werden im Druckguss hergestellt und bringen ganz neue Herausforderungen mit sich. In der Summe wird es also auch bei einer Umstellung der Antriebs-technik Bedarf an Druckgussteilen geben.

Mit der E-Mobilität kommen neue Marktchancen für Gießer hinzu. Gegossene Motorenbauteile sind wertige Schlüsselkomponenten sowohl in einem teilelektrifizierten, als auch in einem batte-rieelektrischen Fahrzeug. Gerade bei aufwändigen Bauteilen und wenn Funktionsintegration ge-fragt ist, kann die Gießtechnik mit ausgereifter Prozess- und Anlagentechnik für Druck- und Nie-derdruckguss, Gießverfahren wie Lost Foam, Fein- und Sandguss die vielfältigsten Herausforde-rungen bewältigen und ihre Stärken ausspielen.

Gießerei-Pavillon auf der ALUMINIUM 2018

Dem Thema Gusstechnik widmet die ALUMINIUM 2018 vom 9. Bis 11. Oktober erneut eine eigene Ausstellungsfläche. Mehr als 30 Unternehmen präsentieren sich im Gießereipavillon in Halle 10. Im Mittelpunkt stehen sämtliche Technologien zur Guss- und Wärmebehandlung. Unter den Ausstellern sind Gießereien und Ausrüster. Unterstützt wird der Gemeinschafsstand vom BDGuss, dem Bundesverband der deutschen Gießerei-Industrie.

Insgesamt werden zur weltweit größten Branchenmesse der Aluminiumindustrie 1.000 Aussteller und 27.000 Besucher aus 100 Nationen erwartet. In sechs Messehallen zeigt die ALUMINIUM die ganze Bandbreite der Industrie – von der Aluminiumproduktion über Maschinen und Anlagen für die Bearbeitung und die Endprodukte bis zum Recycling.


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