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18. – 20. Mai 2021
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Wettbewerb um grünes Aluminium

07.07.2020
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Klimawandel und Umweltschutz entwickeln sich auch für den Metallhandel zu einer Herausforderung. Eine neue Handelsplattform an der London Metal Exchange (LME) könnte zeigen, ob die Aluminiumverbraucher bereit sind, eine Prämie für kohlenstoffarm produziertes Aluminium zu bezahlen.

    

“Es geht vor allem um die Wahlmöglichkeit”, betont Matthew Chamberlain, der CEO der London Metal Exchange (LME), wenn er über die Möglichkeit spricht, dass die bedeutendste Metallbörse der Welt im kommenden Jahr eine Handels-Plattform für besonders Kohlenstoff-arm erzeugtes Aluminium einrichten könnte. Die LME bietet bereits seit 1978 Handels-Plattformen für Aluminium, heute das dort am meisten gehandelte Industriemetall. Zusammen mit der Aluminiumindustrie und den vielen Verwendern des Leichtmetalls - von der Automotive Industrie bis zu den Herstellern von Getränkedosen - sucht die LME immer nach neuen Wegen, um die Bedürfnisse des Marktes im Blick auf Handel und Hedging bestens zu befriedigen. Das breite Spektrum von Aluminium-Kontrakten -  angefangen von Futures und Options aller Art bis hin zu den so genannten LME Minis - ist daher stets offen für Neuerungen.

   

Erst im vergangenen Jahr hat die Börse die ohnehin breite Palette von Kontrakten um den für LME Alumina (Tonerde) erweitert. Zusätzlich zu denen für Primär- und Sekundär-Aluminium (Alu-Legierungen) ist damit das Hedging auch für einen wichtigen Rohstoff möglich. Das nützt den Aluminium-Hütten wie auch den anderen Alumina - Verbrauchern. Da die LME zur Hong Kong Exchange und Clearing Group (HKEX) gehört, ist sie viel enger mit dem asiatischen Markt verknüpft als andere große Rohstoffbörsen. Trotz der Metallmärkte in Shanghai und Shenzhen ist die LME sogar in den chinesischen Metallhandel eingebunden. Die LME Prompt-Kontrakte erlauben täglich den Aluminiumhandel für Geschäfte bis zu drei Monaten Laufzeit. Wöchentlich ist der Handel für bis zu sechs Monate möglich und monatlich sogar für eine Zeit von bis zu zehn Jahren.

   

Aus Chamberlain’s Sicht rückt der Metallhandel gegenwärtig einer neuen grossen Herausforderung entgegen, nämlich Klimawandel und Umweltschutz. Eine neue Handelsplattform könnte zeigen, ob die Aluminiumverbraucher bereit sind, eine Prämie für Kohlenstoff-arm produziertes Aluminium zu bezahlen. Im März dieses Jahres hat die Börse LME eine Kooperation mit der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) vereinbart. Die ASI geht auf ein Zusammenwirken von Alcoa und Rio Tinto zurück. Seit 2017 bemühen sich diese beiden Aluminium-Produzenten um die Zertifizierung von umweltfreundlich erzeugtem Aluminium. Viele andere Unternehmen haben sich inzwischen der ASI angeschlossen, so Chalco aus China, Norsk Hydro aus Norwegen und selbst kleinere Produzenten wie Trimet aus Deutschland. Noch wichtiger allerdings ist, dass Aluminiumverbraucher aus aller Welt die ASI unterstützen. Besonders viele Automobilproduzenten tun dies, so etwas aus Deutschland Audi, BMW und Daimler.

    

Auch der indische Milliardär Sanjeev Gupta mit seiner GFG Alliance Group gehört zu den ASI-Mitgliedern. Die Aluminium-Töchter der Gruppe in Schottland und bislang vor allem Frankreich hat Gupta in der Alvance Group mit Sitz in Paris zusammengeführt. Dabei handelt es sich im wesentlichen um die einzige noch aktive britische Aluminium-Hütte in Fort William in Schottland und die größte europäische Hütte in Dünkirchen. Ebenfalls in Frankreich produzieren zwei Alvance-Firmen auch Aluminium Gussteile für Kraftfahrzeuge und andere Zwecke. In Belgien hat Alvance gerade von der EU die Genehmigung zur Übernahme der Duffel Walzanlagen für Aluminium erhalten. Gupta sieht sich beim Einsatz CO2-freier Energie für die Aluminiumproduktion in Europa als Vorreiter. In Schottland nutzt Alvance Wasserkraft, in Frankreich Kernenergie. Arnaud de Weert, der CEO von Alvance ist besonders froh, das Grüne Aluminium vorantreiben zu können. Er hofft vor allem, dass damit die Autoindustrie und andere Sparten leichtere, grünere und effizientere Produkte erzeugen können.

   

Autorin: Katharina Otzen-Odrich / London


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