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ALUMINIUM 2020 13. Weltmesse & Kongress
6. – 8. Oktober 2020
Messe Düsseldorf

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Recycling – Herausforderungen für den Werkstoff Aluminium

04.09.2018
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Aluminiumrecycling gewinnt weltweit als Rohstoffquelle, aber auch als Beitrag zur Ressourceneffizienz weiter an Bedeutung. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund des fortschreitenden Abbaus von Primaraluminiumkapazitäten z.B. im EU-Raum. Das Werkstoff-Recycling dient gleichzeitig aber auch als einer der wichtigsten Faktoren zum Nachweis der Nachhaltigkeit des Werkstoffs Aluminium.

Seine Bedeutung nimmt in einer Zeit schrumpfender Rohstoffreserven und knapper, vor allem aber teurer Energie zu. Recyceltes Aluminium wird in Form von Guss- und Knetlegierungen hergestellt. Qualitativ gibt es keinen Unterschied zwischen Legierungen, die aus Primär-metall und solchen, die aus recyceltem Aluminium hergestellt sind.

Erfassung, Aufbereitung und Transformation

Aluminiumrecycling besteht aus den drei Segmenten Erfassung, Aufbereitung und Transformation des Schrottes in eine wieder verwendbare Legierung. In den einzelnen Segmenten finden sich zahlreiche Unternehmen mit hoch entwickelten Techniken, die es erlauben, selbst kontaminierte Schrotte umweltverträglich so aufzubereiten, dass der Metallverlust weitgehend reduziert wird. Jedes Unternehmen erfüllt auf den einzelnen Wertschöpfungsstufen Funktionen, die den Schrott und andere Aluminium enthaltenen Stoffe auf den Einsatz in den Schmelzöfen vorbereitet. Diese Stufen durchläuft nicht nur Altschrott (post consumer scrap), sondern auch Produktions- und Verarbeitungsschrott (new scrap) und bei der Produktion und Verarbeitung anfallende Reststoffe, wie zum Beispiel Aluminiumkrätzen oder Aluminiumsalz-schlacke.

Wichtige Rohstoffquelle

Für den Wertstoffkreislauf Aluminium ist die Schrottversorgung der Engpass. Denn Aluminium wird vornehmlich in Produkten mit langer Lebensdauer genutzt, z. B. in Bauanwendungen wie Fenster oder im Automobil. Fenster z.B. haben eine Lebensdauer von teilweise weit über 50 Jahren. So lange muss gewartet werden, bis die Schrotte in den Kreislauf zurückgeführt werden. Nicht zuletzt deshalb sind rund 75 Prozent des jemals produzierten Aluminiums immer noch im Gebrauch und stehen somit dem Recycling noch nicht zur Verfügung.

Lange bevor die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung breit diskutiert wurde, hat die globale Aluminium-Industrie ihren Werkstoff bereits in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf von Metallgewinnung, -verarbeitung, -nutzung und -rückgewinnung geführt. Die produktbezogenen Materialkreisläufe von der Gewinnung über die Verarbeitung und Nutzung bis hin zur Rückgewinnung des Metalls sind heute schon weit geschlossen – je nach Anwendungsmarkt. Dies gilt schon immer für langlebige Anwendungen bei Automobilen oder Gebäuden – mit Recyclingraten von rund 95 Prozent – und inzwischen auch für relativ kurzlebige Produktanwendungen in der Verpackung. Hier sind Recyclingraten von mehr als 80 Prozent in Deutschland erreicht, im EU-Raum steigen die Verwertungsquoten kontinuierlich.

Die Aluminiumbranche ruht sich auf diesen Erfolgen keineswegs aus, sondern arbeitet weiter daran, die bestehenden Lücken in der Kreislaufwirtschaft weiter zu schließen. Um den Rohstoff in Deutschland noch intensiver zu verwerten, investieren deutsche Aluminiumbetriebe in den Ausbau der Recyclingkapazitäten und greifen dabei auf modernste Anlagentechnik zurück.

Altschrotte decken 20 Prozent des Aluminiumbedarfs

Im Jahr 2016 fielen nach Schätzungen des International Aluminium Institute weltweit rund 17 Millionen Tonnen Aluminium-Altschrotte an. Dieses Aufkommen wird auf etwa 21 Millionen Tonnen im Jahr 2020 ansteigen. Das entspricht einem Anteil von mehr als einem Drittel der heutigen Weltproduktion von Hüttenaluminium. Heute werden weltweit rund 20 Prozent des Aluminiumbedarfs über Alt-Schrotte - also Metall aus Produkten, die ihren Zweck erfüllt ha-ben - gedeckt. Neben den Alt-Schrotten sind Neu-Schrotte eine weitere Rohstoffquelle. Unter Neu-Schrotten versteht man beispielsweise die Verschnitte bei der Halbzeugproduktion, Angüsse aus den Formgießereien oder Späne aus der mechanischen Bearbeitung von Halbzeugen und Produkten. Dabei gilt zunächst: Ein steigender Aluminiumbedarf führt zu einer größeren Nachfrage an Halbzeugen, was ein höheres Schrottaufkommen zur Folge hat. Außer, es gelingt durch Prozessoptimierungen, den Anfall an Schrotten zu reduzieren. Das wird soweit möglich auch umgesetzt. Schließlich ist es im eigenen betriebswirtschaftlichen Interesse. Mehr Schrott bedeutet weniger Produkt und damit eine ineffizientere Produktion.

Aluminiumschrotte zählen zu den wirtschaftlich wertvollsten Sekundärrohstoffen. Ihre Rückgewinnung und Wiederverwertung schont Ressourcen und leistet einen wichtigen Beitrag, den Anstieg an Treibhausgasen zu begrenzen. Schon deshalb ist es im ureigenen Interesse der Aluminiumindustrie, vorhandene Schrotte zu nutzen. Am Ende der Nutzung von Aluminium-produkten – sei es aus dem Bauwesen, dem Verkehr oder der Verpackung – gilt es daher, diese Produkte durch entsprechende Erfassungssysteme – Altautoverwertung, Aus- und Rückbau, Pfandsysteme bzw. Wertstofftonne – im Wertstoffkreislauf zu halten.

Gerade durch den Megatrend „Leichtbau“ wird mehr und mehr Aluminium nachgefragt und zu unterschiedlichsten Produkten verarbeitet, die es später nach Gebrauch wieder als wertvolle Ressource im Wirtschaftskreislauf zu halten gilt. Der Pool an Aluminium-Schrotten wird stark anwachsen und damit auch die Anforderungen steigen, die an die Aufbereitung und Sortierung einerseits und den Metallhandel als Zwischenglied zwischen Erfassung und Einschmelzen insbesondere von Altschrotten andererseits zukommt.


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