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ALUMINIUM 2020 13. Weltmesse & Kongress
6. – 8. Oktober 2020
Messe Düsseldorf

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Gute Aluminiumkonjunktur trotz Unsicherheitsfaktoren

19.09.2018
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Die Aluminiumkonjunktur zeigte sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2018 von ihrer guten Seite. Aluminium hat im ersten Halbjahr 2018 die Spitzen-position unter allen an der London Metal Exchange (LME) gehandelten Metal-len ganz unangefochten besetzt gehalten. Die hohe Nachfrage dokumentiert sich schon darin, dass die Lagerbestände in den bei der größten Metallbörse der Welt, der LME, akkreditierten Lagerhäusern weltweit ganz stark geschrumpft sind, zu Beginn September liegen die Bestände bei1,089 Mio. Tonnen

Im ersten Halbjahr 2018 lag die globale Primäraluminiumproduktion um 1 Pro-zent unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt hat China seine Produktion leicht zurückgenommen, das übrige Asien diese kräftig ausgeweitet, berichtet Düs-seldorfer IKB-Bank. Für 2018 erwarten die Experten der Bank eine Erzeugung von rund 64 Millionen Tonnen. In Europa beobachtete die Bank eine weitge-hend stabile Produktion, in Nordamerika gab sie etwas nach. Auch die Produk-tion in den Golfstaaten zog wieder an. Unverändert erhält die weltweite Nach-frage nach Primär- wie auch Recyclingaluminium Impulse vom Leichtbau in der Automobilindustrie, der guten Auftragslage der Luftfahrtindustrie; und auch die gute Konjunktur der Baubranche in Kontinentaleuropa sowie der Verpackungs-sektor stimulieren ebenfalls.

Die US-Sanktionen gegen den weltweit zweitgrößten Aluminium-Hersteller Rusal und die US-Zölle auf Aluminiumimporte waren das Markt bestimmende Thema des ersten Halbjahrs 2018 – und sorgen immer noch für reichlich Unru-he an den globalen Metallmärkten. In Anbetracht der aktuellen politischen Ent-wicklungen wird die Versorgung der Märkte mit Aluminium in den nächsten Monaten unsicherer. Welche Folgen für Produzenten wie Verarbeiter drohen, lässt sich nicht genau abschätzen, die Preise werden aufgrund der Marktverun-sicherungen auf jeden Fall weiter volatil bleiben. Bis Ende des dritten Quartals 2018 erwartet die IKB eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 2.200 US-$ je Tonne in einem Band von +250 US-$ je Tonne. Sollten da-nach dann ab dem 23. Oktober die Sanktionen gegen Rusal greifen, dürfte die Marke von 2.500 US-$/t überschritten werden, so die IKB.

Die europäische Aluminiumindustrie befürchtet, dass sich durch die Sanktio-nen und Zölle erhebliche Marktverschiebungen ergeben, die sich durch die ge-samte Lieferkette ziehen könnten. Es drohen Versorgungs- und Lieferengpässe bei Rohaluminium bzw. Aluminiumoxid und Preissteigerungen. Letztendlich müssen Weiterverarbeiter und die Abnehmerindustrien wie Automobil-, Bau oder Verpackungsindustrie die höheren Preise bezahlen, was weder im Interes-se von Aluminiumherstellern noch der Kunden ist.

Die Branche geht davon aus, dass die Sanktionen einen erheblichen Einfluss auf die Handelsströme haben werden. Die EU sei Netto-Importeur von Rohalu-minium und Tonerde. Die Sanktionen könnten Marktverschiebungen für alle Marktteilnehmer zufolge haben, die in der gesamten Lieferkette zu spüren sei-en. Damit wären auch große Abnehmerbranchen wie die Automobilindustrie von den Auswirkungen betroffen. Verschiedene Marktteilnehmer befürchten, dass die Versorgungssicherheit und die Planbarkeit der Preisentwicklung nicht mehr sichergestellt sei, was zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber au-ßereuropäischen Anbietern wie China, Indien oder den Golfstaaten gehen.

Trotz aller Unwägbarkeiten, für ein insgesamt gutes Aluminiumjahr 2018 leuch-ten alle Ampeln grün. Insbesondere der Automotive-Sektor treibt den Einsatz des leichten Metalls voran. Der Bedarf für Aluminium steigt mit dem wachsen-den Bewusstsein für die Gefahren vor allem der Luftverschmutzung. Ganz gleich, ob künftig Elektro-Fahrzeuge das Rennen machen, Lastwagen und Schiffe verflüssigtes Erdgas oder sogar Wasserstoff als Antriebsenergie nutzen - um diese Kraftstoff-Alternativen auch nur nah an die Wirtschaftlichkeit heran zu bringen, gilt es Gewicht zu sparen. Der Prozess, schwerere Metalle wie Stahl durch das leichtere Aluminium zu ersetzen, läuft in der Autoindustrie bereits. Dieser Trend dürfte mit der Umsetzung der ehrgeizigen Pläne zum Bau ganzer Flotten von Elektro-Autos noch weiter Fahrt aufnehmen. Die Aluminiumpreise bleiben auch deshalb im Aufwärtstrend.

Welch breites Spektrum die Produktion und die Verarbeitung des vielseitigen Leichtmetalls bieten, wird die ALUMINIUM 2018 zeigen. Die größte Aluminium Messe- und Konferenz-Veranstaltung der Welt präsentiert in Düsseldorf neben Innovationen in der Branche, Mega-Trends wie Additive Fertigung und E-Mobiliität auch Wege zur besseren Nutzung der Energie- und anderer Ressour-cen.


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