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ALUMINIUM 2018 12. Weltmesse & Kongress
09. – 11. Oktober 2018
Messe Düsseldorf

China - Taktgeber der globalen Aluminiumindustrie

Seit vielen Jahren dominiert die chinesische Aluminiumindustrie den Weltmarkt. Egal, ob es um die Metallerzeugung oder Verarbeitung des Leichtmetalls Aluminium zu Walz-, Strangpress- oder Gussprodukten geht – das Reich der Mitte ist sowohl bei der Produktion und Verarbeitung als auch beim Verbrauch von Aluminium die absolute Nummer 1.

Im vergangenen Jahr stellte China mit 36,7 Millionen Tonnen (Quelle: Antaike) einen neuen Rekord bei der Produktion von Hüttenaluminium auf, das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 12,3 Prozent. Dem steht ein Verbrauch von 35,5 Millionen Tonnen (+8,1%) gegenüber.

Bei der Verarbeitung des Metalls sind die Zahlen ähnlich beeindruckend. Die Produktion von Blechen und Folien, Profilen, Gussprodukten, Kabeln, Pulvern aus Aluminium lag 2017 bei 38,2 Millionen Tonnen, was einem Zuwachs von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ähnlich wie in den westlichen Industrieländern geht das Gros der Aluminiumproduktion in die Märkte Bauwesen und Verkehr, wobei im Verkehrssektor Schienenfahrzeuge, Flugzeuge und, natürlich, Automobile wichtige Zielmärkte sind.

Flugzeug-Produktion und Hochgeschwindigkeitszüge

Längst ist China nicht mehr vorrangig die Werkbank der Welt, sondern entwickelt sich in ausgewählten Sektoren zu einem Hightech-Standort, der zum Beispiel mit eigener Flugzeugproduktion und Hochgeschwindigkeitszügen – zwei Produktbeispiele, die für einen hohen Anteil an verbautem Aluminium stehen – an das Niveau der westlichen Industrieländer aufschließt.

So stellte China bereits im Sommer 2016 das erste im eigenen Land entwickelte zweistrahlige Passagierflugzeug vor – entwickelt vom staatlichen chinesischen Flugzeugbauer Comac. Der Erstflug fand im Frühjahr 2017 statt.

Auch im Schienenverkehr kann China inzwischen auf modernste Hochgeschwindigkeitszüge aus eigener Entwicklung verweisen. Im September des vergangenen Jahres nahm der Highspeed-Zug Fuxing Hao (Renaissance) seinen regulären Betrieb auf der Linie Beijing – Shanghai auf. Der von der China Railway Corp. komplett im eigenen Land entwickelte und gebaute Zug fährt auf dieser Route mit Spitzengeschwindigkeiten von 350 km/h. Die zum Bau der Wagenkästen erforderlichen Großprofile aus Aluminium werden auf hochmodernen Strangpressen aus westlicher Ingenieurkunst gefertigt.

Fahrzeuge mit kompletter Aluminiumkarosserie

Und auch im Fahrzeugbau zeigen aktuelle Meldungen, dass China an der Entwicklung von Fahrzeugen mit einer kompletten Aluminiumkarosserie arbeitet. Der staatliche Automobilhersteller FAW Group und einer der größten Aluminiumkonzerne, China Zhongwang, entwickeln gemeinsam einen zwölf Meter langen Bus. Die ersten Straßentests seien bereits erfolgreich durchgeführt worden, heißt es.

Der rasante Aufbau einer leistungsstarken Aluminiumindustrie in China in den vergangenen zehn Jahren hat jedoch zu hohen Überkapazitäten geführt. Die Auslastung der Hüttenkapazitäten wird Branchenexperten zufolge auf etwa 85 Prozent geschätzt. Viele veraltete Hüttenbetriebe wurden in den letzten Jahren geschlossen, doch weit mehr neue Hütten sind mit größeren Kapazitäten und höherer Produktivität in Betrieb gegangen. In der Verarbeitung, bei Walz- und Strangpressbetrieben, dürfte die Auslastungsrate eher noch niedriger sein.

Hohe Exportmengen führen zum Handelsstreit

Ein Ausgleichsventil für höhere Auslastung bietet das Exportgeschäft. Etwa 4,8 Millionen Tonnen Aluminiumprodukte wurden 2017 aus China exportiert. Die westlichen Industrieländer, allen voran die USA und Europa beklagen sich seit langem darüber, dass das Land seine Produkte zu Dumpingpreisen in die Märkte drückt. Insbesondere bei Gussprodukten und Alufolien wurden in der Vergangenheit immer wieder Strafzölle gegen chinesische Produkte verhängt. Der derzeitige Handelsstreit zwischen den USA und Europa bzw. dem Rest der Welt, der sich insbesondere auf die Stahl- und Aluminiumindustrie bezieht, hat für viele Branchenbeobachter daher seinen Ausgangspunkt darin, dass China seine Produkte verstärkt auf den Weltmarkt anbietet.



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