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ALUMINIUM 2020 13. Weltmesse & Kongress
6. – 8. Oktober 2020
Messe Düsseldorf

5 Fragen an Stefan Glimm

Director General, Global Aluminium Foil Roller Initiative (GLAFRI)

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Die Nachfrage nach Aluminiumfolien steigt. Zukunftschancen bilden vor allem die Elektromobilität und Batterieentwicklung, verrät Stefan Glimm im ALUMINIUM-Interview.

Herr Glimm, wie entwickelt sich derzeit die Nachfrage nach Alufolienprodukten?

In 2017 ist die Nachfrage nach Aluminiumfolien weltweit um über 5% gestiegen. Erfreulich ist, dass das Wachstum nicht nur aus aufstrebenden Ländern wie z.B. China oder Indien kommt, sondern auch aus traditionellen Verbraucherregionen wie z.B. Europa. Treiber sind neben weltweit wachsenden Mittelschichten und einer zunehmenden Verstädterung auch die Diskussion um die Vermeidung von Lebensmittelverlusten weltweit, wozu gerade die einmaligen Barriereeigenschaften der Aluminiumfolie beitragen können. Aber auch neue Märkte wie z.B. die Elektromobilität, wo die Aluminiumfolie eine wichtige Rolle bei der Batterieentwicklung spielt, bieten Zukunftschancen. Für 2018 gehen wir von einem ähnlich guten Wachstum aus.


An die Verpackung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Körperpflegeprodukten werden höchste Ansprüche gestellt. Was sind die Stärken von Aluminiumfolie?

Kein anderer Packstoff ist dichter und schützt besser vor Feuchtigkeit, Licht oder Sauerstoff. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtig sein bei Medikamenten, nicht nur in tropischen Klimazonen. Bei Lebensmitteln werden Vitamine über lange Zeiträume erhalten. Haltbarkeit und auch die Möglichkeit, maßgeschneiderte, bedarfsgerechte Verpackungsgrößen zu realisieren, können helfen, die Verluste von Lebensmitteln, die heute weltweit bei 30-40% liegen, zu verringern. Und der Verlust an Ressourcen durch die Produktion von Lebensmitteln, die dann aber nie auf dem Teller landen, ist im Schnitt um das Zehnfache höher als der für das eingesetzte Packmittel.


Mit dem Robert V. Neher Award zeichnen Sie erstmals Innovationen im Bereich der Aluminiumfolien aus. Welches sind die größten Fortschritte der letzten Jahre?

Beim Automobil weiß es jeder: je leichter, desto geringer ist der Ressourcenverbrauch. Gerade für Aluminiumfolienverpackungen gilt das Gleiche: Ihre Leichtigkeit minimiert den Ressourcenverbrauch, vermeidet den Verbrauch von Rohstoffen. Deshalb ist die kontinuierliche Dickenreduzierung oder auch die ständige Weiterentwicklung neuer Anwendungen so wichtig, wie z.B. der in den letzten Jahren stark zugenommene Einsatz von Aluminiumfolie haltigen Beuteln. Und bei technischen Anwendungen will ich stellvertretend für all die vielen Beispiele, wo Aluminiumfolien unseren heutigen von Elektronik und Mobilität geprägten Lebensstil prägen, nur nochmal auf ihren zunehmenden Stellenwert in der Batterietechnologie und damit für die E-Mobilität verweisen.


Was bleiben die Herausforderungen für die Zukunft?

Aluminium ist nicht nur ein Werkstoff, sondern vor allem ein Wertstoff. Er kann immer wieder recycelt werden, und dort, wo Sammelsysteme funktionieren und alle aluminiumhaltigen Verpackungen umfassen, wie in Deutschland, werden Recyclingraten von fast 90% erreicht. Die Herausforderung weltweit ist aber die Sammlung – denn nur was gesammelt wird, kann auch verwertet werden. Und hier ist der Wert der Aluminiumverpackungen von Vorteil. Und bei technischen Anwendungen spielen natürlich weiter Material- und Legierungsentwicklungen eine entscheidende Rolle.

Aluminiumverpackungen für Lebensmittel werden in den Medien teilweise kritisch hinterfragt. Vor allem vermeintliche Gesundheitsrisiken bestimmen die Diskussion. Wie beurteilen Sie die Auseinandersetzung?

Wie bei vielen anderen Themen wird sie viel zu emotional geführt. Aluminiumfolien haltige Verpackungen sind maßgeschneiderte, ressourceneffiziente Verpackungslösungen. Sie sichern zunächst einmal die Versorgung des Verbrauchers mit hochwertigen Nahrungsmitteln und sicheren Medikamenten. Darüber hinaus unterliegen sie strengen lebensmittelrechtlichen Vorschriften. Hierzu gehören auch Kennzeichnungen wie z.B. bei der klassischen, blanken Haushaltsfolie, dass sie nicht für säurehaltige Lebensmittel verwendet werden sollen. Wie bei anderen Konsumgütern auch kommt es also auf den bestimmungsgemäßen Gebrauch an.

Über die Global Aluminium Foil Roller Initiative (GLAFRI):

The Global Aluminium Foil Roller Initiative (GLAFRI) is the global association supporting foil market growth worldwide by sharing best practices and taking actions on foil communication and sustainability issues. GLAFRI members are 47 aluminium foil rollers and 9 suppliers from 26 countries on 5 continents – representing about 50% of the global foil production. Members are also served on market analysis for foil and thin strip globally.
www.global-alufoil.org


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