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Download 214 kbUm sich am Markt gegen diejenigen Anbieter durch-setzen zu können, die unter günstigeren Standortbe-dingungen wirtschaften, denken die europäischen Presswerke darüber nach, wie sich die Rationalisie-rung weiter ausbauen lässt. Veraltete Anlagen las-sen sich jetzt in Europa nicht mehr wettbewerbsfähig betreiben. Sie werden in zunehmendem Maße mo-dernisiert oder nicht selten auch außer Betrieb ge-nommen. Dafür werden neue, effektive Pressenlinien projektiert. Vor allem aber setzt sich die Erkenntnis durch, dass der automatische Ablauf die gesamte Produktionskette bis hin zur Verpackung und zum Abtransport einschließen muss.
Wo es in einem Strangpresswerk den innerbetriebli-chen Materialfluss zu automatisieren und zu optimie-ren gilt, führt an der im baden-württembergischen Denkendorf ansässigen H+H Herrmann+Hieber GmbH heute kein Weg vorbei. Das Unternehmen ist heute der mit Abstand führende – vermutlich sogar der weltweit einzige – Anbieter von automatisierten Gesamtlösungen, welche Wärmebehandlung, Lage-rung und Verpackung mit einschließen.
Der Materialfluss in einem modernen Strangpressbe-trieb folgt bis zur Stapeleinrichtung für Profilabschnit-te in der Regel einem relativ starren Schema: Aus-lauf – Kühltisch – Reckeinrichtung - Säge mit Stapler. Die sich daran anschließenden Arbeitsgänge (Wär-mebehandeln, Kontrollieren, Oberflächenbehand-lung, mechanische Bearbeitung, Verpacken...) haben sich an den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten, an Vorgaben des Materialflusses, am Produktspektrum des Unternehmens und anderen Randbedingungen zu orientieren. Will man diese Arbeitsgänge in ein gesamthaftes Automatisierungskonzept einschlie-ßen, ist die Lösung wesentlich komplexer. Hier sind flexible Automatisierungslösungen gefragt, welche auch die individuellen Gegebenheiten eines jeden Presswerkes berücksichtigen.
Um solche Lösungen auf einer technisch und wirt-schaftlich soliden Basis darstellen zu können, bedarf es einer Reihe von Voraussetzungen:
- Benötigt wird dazu ein System an ausgereif-ten, erprobten Komponenten, die sich prob-lemorientiert miteinander kombinieren lassen.
- Darüber hinaus wird eine Steuerung benötigt, welche den gesamten Betriebsablauf ein-schließt.
- Vor allem aber, und das ist die Grundlage ei-ner erfolgreichen Logistiklösung überhaupt, wird das umfassende Know-how benötigt, das eine tragfähige Logistikplanung überhaupt erst ermöglicht.
Wie diese Lösungen im konkreten Einzelfall ausse-hen können, lässt sich an einer Reihe von Logistik-projekten ablesen, die H+H mit führenden europäi-schen Presswerken erfolgreich realisiert hat. Das erforderliche Know-how hat sich H+H in einer nahe-zu 20jährigen Tätigkeit auf dem Sektor der Langgut-Fördersysteme erarbeitet. Seit des Start dieses Ar-beitsgebietes im Jahre 1989 wurden nahezu 50 Pro-jekte bei mehr als 30 Strangpresskunden in Deutsch-land und anderen europäischen Ländern bearbeitet. Zu den Kunden zählen praktisch alle namhaften Pro-duzenten.
apt Hiller in Monheim, das seinerzeit noch Hiller & Maldaner firmierte, gehörte zu den ersten und bis heute zu den umsatzstärksten Kunden von Herr-mann +Hieber. Der langjährige Erfolgsweg dieses Presswerkes dürfte zumindest teilweise auch auf diese fruchtbare Zusammenarbeit zurückzuführen sein. Den jüngsten Stand der Presswerksautomati-sierung repräsentiert ohne Zweifel die italienische Pandolfo Alluminio S.p.A., welche H+H im Jahre 2003 mit der Planung und Realisierung des Logistik-konzeptes für das komplette Strangpresswerk im italienischen Lentiai (Feltre) beauftragt hat. Dieses in mehreren Stufen realisierte Projekt nähert sich jetzt seinem erfolgreichen Abschluss.
Ein erheblicher Teil der Transportleistungen erfolgt durch Krananlagen. Für diese Aufgaben wurden ver-schiedene Typen von Automatikkranen speziell für die langen Profilkörbe entwickelt. Bei der österreichi-schen Thöni Industriebetriebe beispielsweise trans-portieren die Hochleistungs-Automatikkrane bis zu 56 Profilkörbe je Stunde zu den einzelnen Systembe-reichen, die über eine Fläche von 117 m x 21 m ver-teilt sind. Um dieses System realisieren zu können, musste H+H umfangreiche Sicherungseinrichtungen für die Automatikkrane entwickeln, die einen kollisi-onsfreien Betrieb sicherstellen.
Wie das System der einsatzbereiten Automatisie-rungskomponenten kontinuierlich ergänzt wird, zeigt unter anderem das Beispiel der Lagertürme, wie sie aktuell für ein griechisches Presswerk entwickelt wurden. Bei beengten Platzverhältnissen im Press-werk kann mit diesen Einrichtungen die verfügbare Hallenhöhe zur Lagerung genutzt werden. Die Körbe werden, von einer definierten Übergabeposition aus, automatisch in den Turm ein- bzw. ausgelagert*).
Die moderne Logistik rechnet sich. Der wirtschaftli-che Effekt setzt sich aus verschiedenen Komponen-ten zusammen. Einmal ist der automatisierte Betrieb mit einer Ersparnis an Personalkosten verbunden. Hinzu kommt in der Regel ein Produktivitätsgewinn, dessen Höhe von der Presswerksgröße, vom Pro-gramm und anderen abhängt. Schließlich dürfte sich auch der gewinn an Flexibilität positiv bemerkbar machen. Das automatisierte Presswerk ist eher in der Lage, Beschäftigungsschwankungen auszuglei-chen. Keinesfalls zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass Schäden infolge Transport und Lage-rung erfahrungsgemäß weitestgehend ausgeschlos-sen sind, wenn diese Vorgänge automatisch gesteu-ert werden.

Bild: Amag extrusion: Automatikkran für die
Ofenchargen-Kommissionierung in
Ranshofen (Foto: Herrmann + Hieber)